9910 Weinkeller Koch

9911 Weinkeller Koch

 
Projektadresse: Rechnitz
Auftraggeber: Fam. Koch
   
 

Beschreibung: An Stelle der bestehenden Weinkeller der Fam. Koch wird ein neuer Weinkeller mit Lagerräumen, Degustationsraum mit Küche, sanitäre Anlagen und Übernachtungsmöglichkeit für den Betreiber errichtet. Im Bedarfsfall soll die Anlage auch als Buschenschank verwendet werden können.

Wesentlich für den Entwurf war die Einbeziehung der vorhandenen, für diesen speziellen Ort charakteristischen und signifikanten Besonderheiten und bau-lichen Eigenheiten dieser Gegend.

Dazu gehören die terrassierten, historischen Steinmauern, die Weinlauben, die geologische Bodenbeschaffenheit für den erfolgreichen Weinanbau aus vulkanischen Grünschiefer als Restinsel der Hohen Tauern, bedeckt mit lehmigen Hangschutt und schluffigen Sanden, die klimatisch bedingten Steildachformen, die schmale Kleinteiligkeit der Gebäudefronten zu den Straßen, geschlossene Längsfronten zu den nordseitigen Wetter-seiten und Öffnungen der Gebäude zur südseitigen Ebene hin.

Um diese architektonischen Informationen in dieser Hanglage entsprechend berücksichtigen zu können, wurde zunächst ein maßstabgetreues Geländemodell erstellt und daraus ein 2-hüftiges Objekt, das über ein Gelenk fungierendes Stiegen-haus verbunden ist, entwickelt. Dieses Gelenk ermöglicht die Aufnahme der beiden um 67,5° gedrehten Ried-richtungen, schmiegt sich in die bestehende Steinmauer ein und nutzt so den Aushub der ursprünglichen Keller, wodurch der neue Aushub so gering, wie möglich gehalten wird.

Der durch die 2-hüftige Anordnung entstandene Zwischenraum entspricht der ursprünglich nach Süden zur Ebene orientierten Weinlaube, wobei der nordseitige mit einem 45° Ziegeldach gedeckte massive Trakt den Zwischenraum schützt, zur südseitigen Laube hin aber geöffnet ist. In süd-westlicher Richtung wird dieser als Weinlaube genutzter nach Süden offene Zwischenraum durch einen Aussichtssteg, der die im EG befindliche Presse und Geräte auch vor Regen und durch darunter abgehängte Schiebetore aus horizontalen Lärchenlamellen vor Sonne und Einbruch schützt, ohne jedoch die Sonneneinstrahlung auf die Laube zu behindern, abgeschlossen.

 

Im Erdgeschoss der massiven nordseitigen Hüfte, wird der bis zum Dachraum offene Degustationsraum, mit unter der Galerie befindlichen offener Küche, bzw. Ausschank, dahinter unter Gelände, die Toilettanlagen, Abstellraum und von oben belichtetes und entlüftetes Stiegenhaus zur Dach- und Aussichtsebene angeordnet. Auf der in dieser Ebene, vom Stiegenhaus zugänglichen Galerie wird eine Übernachtungsmöglichkeit mit Bad untergebracht.

Der massive Weinkeller für ca. 6300m² Anbaufläche enthält auf ca. 124m² Nutzfläche einen Weintankraum, Heizraum, Flaschenlager, Geräteabstellraum, WC, Stiegenhaus und Flaschenwaschraum und wird so weit in den Hang geschoben, daß lediglich die schmalen Giebelfronten herausragen, einen ebenerdigen Zugang zum Keller gewährleisten und sich so harmonisch ins Landschaftsbild einfügen. Alle darüberliegenden Bauteile werden bis auf die nordseitige Wand und den mit Ziegeln gedeckten Trakt aus leichten Holzbauteilen hergestellt, zum internen Zwischenraum hin großflächig verglast und duch Schiebetore aus horizontalen Lärchenlamellen vor Sonne und Einbruch geschützt.

Das Gebäude ist über eine private Zufahrtsstraße erschlossen und an die öffentliche Wasser- und Stromversorgung angeschlossen. Abwässer werden in eine flüssigkeitsdichte Senkgrube geleitet, der Müll von der öffentlichen Müllabfuhr entsorgt. Warmwasserzubereitung und Beheizuzng erfolgt über eine mit Flüssiggas betriebene Zentralheizungsanlage, wobei der Flüssiggastank im entsprechenden Sicherheitsabstand außerhalb des Gebäudes in einem abgesicherten Areal untergebracht wird. Darüberhinaus sind noch vier weitere Kamine für feste Brennstoffe vorgesehen. Das Dachwasser wird in einer vor dem Gebäude liegenden Zisterne gesammelt und als Brauchwasser u.a. für die 3 Toilettanlagen genutzt, das übrige Regenwasser versickert auf Eigengrund.

Als Fundament und gegen Erdreich werden 30cm WU-STB isoliert und wärmegedämmt verwendet.